Unterirdische Pickel: Was wirklich hilft – und was Sie lassen sollten
Unterirdische Pickel sind entzündete Pickel, die tief in der Haut sitzen: Sie spannen, tun bei Berührung weh und bilden oft tagelang keinen sichtbaren Kopf. Ausdrücken funktioniert bei ihnen nicht, weil der Inhalt zu tief liegt, und es macht die Entzündung meist schlimmer. Was hilft, sind Wärme, die richtigen Wirkstoffe und einige Tage Geduld. Wenn solche Knoten häufig kommen oder Narben hinterlassen, gehören sie zum Hautarzt.
Dieser Ratgeber erklärt, was unter der Haut eigentlich passiert, was Sie in den nächsten Tagen konkret tun können und woran Sie erkennen, dass Hausmittel nicht mehr reichen. Wenn Sie eher wissen möchten, wie Sie einen akuten Pickel bis morgen kleiner bekommen, finden Sie das in unserem Ratgeber Pickel loswerden: schnelle Hilfe.
Was sind unterirdische Pickel?
„Unterirdischer Pickel“ ist kein medizinischer Begriff, sondern beschreibt, wie sich die Stelle anfühlt: eine Erhebung unter der Haut, die man eher spürt als sieht. Dahinter steckt fast immer derselbe Ablauf wie bei jedem Pickel. Talg und abgestorbene Hautzellen verstopfen einen Haarfollikel, Bakterien vermehren sich darin, und die Haut reagiert mit einer Entzündung. Der Unterschied ist, wo das passiert: Bei einem unterirdischen Pickel liegt die Entzündung tief im Follikel und nicht dicht unter der Oberfläche.
Unter dem Sammelbegriff landen allerdings verschiedene Dinge, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten:
| Was es ist | Wie es sich anfühlt | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Geschlossener Mitesser (geschlossener Komedo) | kleines, hautfarbenes oder weißliches Knötchen, nicht entzündet, tut nicht weh | Wirkstoffe wie Salicylsäure, professionelle Ausreinigung |
| Papel | rotes, festes Knötchen ohne Eiterkopf, druckempfindlich | Wärme, Wirkstoffe, nicht drücken |
| Tiefer Knoten (Nodus) | größer, hart, deutlich schmerzhaft, hält oft zwei Wochen oder länger | nicht selbst behandeln, Hautarzt |
| Zyste | weiche oder pralle, oft größere Schwellung tief in der Haut, kann wiederkehren | Hautarzt, besonders bei Narbenbildung |
Die meisten unterirdischen Pickel, die gelegentlich am Kinn, an der Kieferlinie oder auf der Stirn auftauchen, sind entzündete Papeln. Sie sind unangenehm, heilen aber in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Knoten und Zysten gehören dagegen zu den schweren Formen von Akne. Sie können bleibende Narben hinterlassen und brauchen ärztliche Behandlung.
Geschlossene Mitesser sind übrigens die häufigste Vorstufe: Aus einem verstopften, noch reizlosen Follikel wird ein entzündeter Pickel, wenn sich darin Bakterien vermehren. Mehr dazu, wie Mitesser entstehen und wie man sie richtig löst, lesen Sie in unserem Ratgeber Mitesser entfernen.
Warum Ausdrücken bei unterirdischen Pickeln nicht funktioniert
Der Reflex ist verständlich: Die Stelle spannt, und man möchte den Druck loswerden. Bei einem unterirdischen Pickel gibt es aber keinen Kopf, also keinen Weg, über den der Inhalt nach außen kann. Wer trotzdem drückt, erreicht vor allem drei Dinge:
- Die Entzündung wird tiefer. Der Druck kann die Follikelwand unter der Haut einreißen lassen. Talg, Bakterien und Entzündungszellen verteilen sich dann im umliegenden Gewebe, und aus einem Knötchen wird eine größere, länger anhaltende Schwellung.
- Die Haut wird verletzt. Fingernägel hinterlassen kleine Risse und Krusten, über die zusätzlich Keime eindringen.
- Das Risiko für Male und Narben steigt. Tiefe Entzündungen und verletztes Gewebe sind die Hauptursache für dunkle Pickelmale und eingesunkene Aknenarben. Was dagegen hilft, erklären wir in unserem Ratgeber Aknenarben behandeln.
Auch Nadeln, Pinzetten oder „Aufstechen“ sind keine Lösung. Ohne sterile Bedingungen und Erfahrung schaffen Sie eine Wunde mitten in einer Entzündung.
Unterirdische Pickel loswerden: Was in den nächsten Tagen hilft
Bei unterirdischen Pickeln ist das Ziel nicht, sie sofort verschwinden zu lassen, das gelingt meist nicht. Sie können aber die Entzündung beruhigen, den Pickel dabei unterstützen, entweder an die Oberfläche zu kommen oder sich zurückzubilden, und vor allem verhindern, dass es schlimmer wird.
1. Warme Kompresse: das wirksamste Hausmittel
Wärme fördert die Durchblutung, kann den Inhalt erweichen und hilft manchen Pickeln, schneller einen Kopf zu bilden oder abzuklingen. So geht es:
- Einen sauberen Waschlappen in warmes, nicht heißes Wasser tauchen und auswringen.
- Für etwa 10 bis 15 Minuten auf die Stelle legen, zwischendurch neu anwärmen.
- Zwei- bis dreimal täglich wiederholen, jedes Mal mit einem frischen Tuch.
Bildet sich ein Kopf, gilt trotzdem: nicht drücken. Ein Hydrokolloid-Pickelpatch nimmt austretende Flüssigkeit auf und schützt die Stelle vor den eigenen Fingern.
2. Kühlen bei starker Schwellung
Ist die Stelle vor allem geschwollen und pocht, kann kurzes Kühlen angenehmer sein: ein Kühlpad oder Eiswürfel in ein Tuch gewickelt, ein bis zwei Minuten auflegen, nie direkt auf die Haut. Das lindert Schmerz und Schwellung vorübergehend, behandelt die Ursache aber nicht.
3. Wirkstoffe, die sich bewährt haben
- Benzoylperoxid: wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Als Gel aus der Apotheke dünn und punktuell auftragen. Es kann die Haut austrocknen und bleicht Textilien, also Kissenbezug und Handtücher im Blick behalten.
- Salicylsäure (BHA): löst Verhornungen in der Pore und hilft vor allem dabei, dass sich gar nicht erst neue verstopfte Poren bilden. Besser als tägliche Pflege denn als Notfallmittel.
- Azelainsäure: wirkt entzündungshemmend und kann Pickelmale mildern. In der Kosmetik niedrig dosiert erhältlich, höher dosierte Präparate verschreibt der Hautarzt.
- Retinoide wie Adapalen: regulieren die Verhornung der Poren und gehören zu den wirksamsten Mitteln gegen wiederkehrende Pickel. Sie wirken über Wochen, nicht über Nacht, und werden in Deutschland vom Hautarzt verschrieben.
Wichtig: Nicht alles gleichzeitig anwenden. Wer Benzoylperoxid, Säuren und Retinoide stapelt, reizt die Haut, und gereizte Haut entzündet sich leichter. Fangen Sie mit einem Wirkstoff an und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert.
4. Hausmittel mit Vorsicht
Bei Hausmitteln gegen unterirdische Pickel ist die warme Kompresse die einzige Empfehlung ohne Einschränkung. Teebaumöl wird oft genannt und hat eine gewisse antibakterielle Wirkung, verursacht aber nicht selten Reizungen und Kontaktallergien. Wenn überhaupt, dann nur stark verdünnt und nicht auf gereizter Haut. Zahnpasta, Zitronensaft, Backpulver oder Alkohol trocknen die Haut aus und verschlimmern die Entzündung eher.
Was Sie bei unterirdischen Pickeln nicht tun sollten
- Drücken, quetschen, aufstechen: der häufigste Grund, warum aus einem Pickel eine Narbe wird.
- Ständig anfassen und kontrollieren: Jede Berührung reibt Keime ein und reizt die Stelle zusätzlich.
- Mit Peelings scheuern: Körnige Peelings und Bürsten reizen entzündete Haut, statt sie zu klären.
- Dick überschminken: Abdecken ist in Ordnung, aber mit nicht-komedogenen Produkten und abends gründlich, aber sanft abgeschminkt.
- Mehrere Spot-Produkte schichten: mehr Wirkstoff heißt nicht schneller heil, sondern meist trocken, schuppig und gerötet.
Unterirdischer Pickel am Kinn und an der Kieferlinie
Viele Menschen bekommen unterirdische Pickel bevorzugt am Kinn, an der Kieferlinie und am Hals. Dafür gibt es zwei häufige Gründe. Zum einen reagieren die Talgdrüsen in diesem Bereich besonders auf hormonelle Schwankungen, weshalb tiefe Pickel dort bei vielen Frauen zyklusabhängig auftreten. Zum anderen ist das Kinn eine Stelle, die viel berührt wird: aufgestützte Hände, das Handy beim Telefonieren, Schals, Masken oder Kinnriemen. Reibung und Druck begünstigen verstopfte Poren.
Die Behandlung unterscheidet sich nicht: Wärme, ein passender Wirkstoff, Finger weg. Kommen die Pickel am Kinn jedoch regelmäßig, jeden Monat an denselben Stellen oder als tiefe, schmerzhafte Knoten, lohnt es sich, die Ursache beim Hautarzt oder bei Ihrer Gynäkologin abklären zu lassen.
Professionelle Behandlung bei wiederkehrenden Pickeln
Gegen einen einzelnen akut entzündeten Pickel kann auch die beste Kosmetikerin wenig tun. Kosmetische Behandlungen setzen früher an: bei den verstopften Poren, aus denen sich überhaupt erst entzündete Pickel entwickeln. Wer regelmäßig unterirdische Pickel bekommt, hat meist auch viele geschlossene Mitesser, und genau die lassen sich professionell gut lösen.
Ein HydraFacial reinigt die Poren mit sanftem Unterdruck, statt sie auszudrücken, und versorgt die Haut gleichzeitig mit Feuchtigkeit. Es gibt keine Ausfallzeit. In unserem Studio für HydraFacial in München bieten wir für unreine Haut mit Mitessern und leichter Akne das HydraFacial – unreine Haut (99 €) an, für stärker unreine, zu Entzündungen neigende Haut das HydraFacial – Akne Intensiv (149 €), das tiefe Poren reinigt und Entzündungen reduziert.
Ehrlich gesagt: Bei tiefen Knoten und Zysten ersetzt keine kosmetische Behandlung den Hautarzt. Dort kann eine kosmetische Behandlung höchstens begleitend sinnvoll sein, und zwar in Absprache mit der ärztlichen Therapie.
Wann zum Hautarzt?
Ein gelegentlicher unterirdischer Pickel ist lästig, aber harmlos. Ärztlich abklären lassen sollten Sie es, wenn:
- sich tiefe, harte oder sehr schmerzhafte Knoten bilden, die länger als zwei bis drei Wochen bleiben,
- Pickel Narben oder eingesunkene Stellen hinterlassen,
- unterirdische Pickel häufig wiederkehren, etwa jeden Monat an denselben Stellen,
- Pflege und rezeptfreie Wirkstoffe nach etwa zwei bis drei Monaten keine Besserung bringen,
- sich die Rötung schnell ausbreitet, die Stelle stark anschwillt, heiß wird oder Sie Fieber bekommen. Dann kann es sich um einen Abszess oder Furunkel handeln, und Sie sollten zeitnah zum Arzt.
Hautärztinnen und Hautärzte haben deutlich mehr Möglichkeiten als die Drogerie: verschreibungspflichtige Retinoide und Kombinationspräparate, Antibiotika, bei Frauen auch hormonelle Ansätze in Absprache mit der Gynäkologie, und bei einzelnen großen Knoten zum Beispiel eine Injektion direkt in die Entzündung. Je früher schwere Akne behandelt wird, desto geringer ist das Risiko bleibender Narben. Einen Überblick über die Ursachen unreiner Haut finden Sie in unserem Ratgeber Unreine Haut: was hilft.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange dauert es, bis ein unterirdischer Pickel weggeht?
Eine entzündete Papel klingt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, mit warmen Kompressen und einem passenden Wirkstoff oft etwas schneller. Tiefe Knoten können mehrere Wochen bleiben. Hält eine Stelle länger als zwei bis drei Wochen an oder wird größer, sollten Sie sie ärztlich ansehen lassen.
Soll man einen unterirdischen Pickel ausdrücken, wenn er einen Kopf bildet?
Besser nicht. Auch wenn ein Kopf sichtbar wird, liegt ein Teil der Entzündung noch tief. Ein Hydrokolloid-Patch nimmt die Flüssigkeit schonend auf und schützt die Stelle. So sinkt das Risiko für Pickelmale und Narben.
Was ist das beste Hausmittel gegen unterirdische Pickel?
Eine warme Kompresse, zwei- bis dreimal täglich für 10 bis 15 Minuten. Sie ist sanft, günstig und unterstützt die Haut beim Abheilen. Von Zahnpasta, Zitrone oder Backpulver raten wir ab, weil sie die Haut reizen.
Warum bekomme ich immer wieder unterirdische Pickel an derselben Stelle?
Häufig sind hormonelle Schwankungen, ständige Reibung (etwa durch Handy oder aufgestützte Hände) oder ein Follikel, der nie ganz ausgeheilt ist, der Grund. Kommen die Pickel regelmäßig an denselben Stellen wieder, lassen Sie das am besten beim Hautarzt abklären.
Ist ein unterirdischer Pickel dasselbe wie eine Zyste?
Meistens nicht. Die meisten unterirdischen Pickel sind entzündete Knötchen (Papeln), die von selbst abheilen. Zysten und tiefe Knoten sind größer, halten länger an und gehören zu den schweren Akneformen, die ärztlich behandelt werden sollten.
Hilft ein HydraFacial gegen unterirdische Pickel?
Einen bereits entzündeten, tiefen Pickel lässt ein HydraFacial nicht verschwinden. Es reinigt aber verstopfte Poren und Mitesser, aus denen neue Entzündungen entstehen, und kann so das Hautbild bei wiederkehrenden Unreinheiten unterstützen. Bei Knoten und Zysten ist der Hautarzt die richtige Adresse.
Fazit
Unterirdische Pickel brauchen Geduld statt Druck. Warme Kompressen, ein gezielt eingesetzter Wirkstoff wie Benzoylperoxid und vor allem die Finger von der Stelle zu lassen, helfen am meisten. Wer immer wieder mit tiefen Pickeln kämpft, sollte die verstopften Poren als Ursache angehen. Tiefe Knoten, Narben oder Pickel, die jeden Monat wiederkommen, gehören zum Hautarzt.